Warum Standardschränke im Altbau nicht funktionieren
Wer schon einmal versucht hat, einen Standardschrank in einer Münchner Altbauwohnung aufzustellen, kennt das Problem: Nichts passt. Die Wände sind nicht gerade, der Boden nicht eben, die Decke 3,20 Meter hoch, und in der Ecke verläuft ein Rohr, das niemand mehr verlegen kann. Ein Schrank von der Stange steht schief, hat oben einen halben Meter Lücke, in der sich Staub sammelt, und links einen Spalt, durch den man die Wand sieht. Das ist nicht nur optisch unbefriedigend — es ist auch verschwendeter Raum. In einer Münchner Altbauwohnung, wo jeder Quadratmeter zählt, ist ein maßgefertigter Einbauschrank keine Luxuslösung, sondern oft die einzige, die funktioniert. Er nutzt die volle Raumhöhe, schließt bündig an unregelmäßige Wände an und macht aus Problemzonen nutzbaren Stauraum.
Die typischen Herausforderungen Münchner Altbauten
Münchner Altbauten — vor allem die Gründerzeithäuser in Schwabing, Haidhausen, der Maxvorstadt und im Lehel — haben Eigenheiten, die bei der Schrankplanung berücksichtigt werden müssen. Erstens: Wandschief. In vielen Altbauten weichen die Wände um 2 bis 5 Zentimeter von der Senkrechten ab. An der Decke misst der Raum anders als am Boden. Ein Einbauschrank muss diese Abweichungen Zentimeter für Zentimeter ausgleichen. Zweitens: Hohe Decken. Mit 3,00 bis 3,50 Metern Deckenhöhe bieten Altbauten enormes Stauraumvolumen — aber nur, wenn der Schrank entsprechend hoch gebaut wird. Drittens: Stuck und Zierleisten. In vielen Münchner Altbauten sind Stuckprofile erhalten, die nicht beschädigt werden dürfen. Der Einbauschrank muss unterhalb des Stucks enden oder Aussparungen haben, die die Zierelemente freilassen. Viertens: Dielenböden. Alte Holzdielen sind selten eben, und der Schrank muss justierbar auf ihnen stehen, ohne sie zu beschädigen.
Materialien und Konstruktion für Altbau-Einbauschränke
Die Konstruktion eines Altbau-Einbauschranks unterscheidet sich wesentlich von einem Standardmöbel. Die Korpusse werden in der Regel aus Multiplex (Birke oder Buche) oder hochwertigem MDF gefertigt — Spanplatte ist bei den erforderlichen Anpassungen zu brüchig. Die Rückwand wird häufig weggelassen oder als separate Blende ausgeführt, die an die unebene Wand angepasst ist. Sockelleisten werden variabel gefertigt, um Bodenunebenheiten auszugleichen. Bei den Fronten bieten sich Massivholz, Furnier oder Lack an — passend zum Stil der Wohnung. In Gründerzeithäusern wirken Rahmenfronten mit Kassettenfüllung besonders harmonisch. Die Beschläge sollten hochwertig sein: Blum-Scharniere mit integriertem Dämpfer, Vollauszüge für schwere Schubladen und — bei hohen Schränken — ausklappbare Trittleitern oder motorisierte Oberschranklifte, um auch die oberen Fächer bequem zu erreichen.
Denkmalschutz und Mietrecht: Was Sie beachten müssen
Wenn Ihre Altbauwohnung unter Denkmalschutz steht — in München betrifft das zahlreiche Gebäude in den Innenstadtvierteln — gelten besondere Regeln. Grundsätzlich sind Einbauschränke möglich, solange sie die Bausubstanz nicht verändern. Das bedeutet: Keine Eingriffe in tragende Wände, keine Veränderung an denkmalgeschützten Elementen wie Stuck, Türrahmen oder Fensterbänken. Der Einbauschrank wird als „Möbel" betrachtet und muss rückstandslos entfernbar sein. Befestigung an der Wand ist erlaubt, solange die Bohrlöcher bei einem Rückbau verschlossen werden können. Für Mieter gilt: Einbauschränke sind eine bauliche Veränderung, die der Zustimmung des Vermieters bedarf. Sprechen Sie das Projekt vorher ab und halten Sie die Vereinbarung schriftlich fest — idealerweise mit der Regelung, was bei Auszug geschieht. In vielen Fällen begrüßen Münchner Vermieter hochwertige Einbauten, da sie den Wert der Wohnung steigern.
Preise für Altbau-Einbauschränke in München
Ein Einbauschrank für eine Münchner Altbauwohnung ist aufwendiger als ein Standardmöbel und kostet entsprechend mehr. Hier realistische Preise für 2026: Ein einfacher Garderobenschrank (Flur, 1,50 m breit, raumhoch bis 3,00 m) liegt bei 3.000 bis 5.000 Euro. Ein Schlafzimmerschrank über eine ganze Wand (3 bis 4 Meter breit, raumhoch, mit Schiebetüren) kostet 6.000 bis 12.000 Euro. Ein begehbarer Kleiderschrank in einem Altbau-Abstellraum mit schwierigen Maßen beginnt bei 5.000 Euro und kann bei Vollausstattung 15.000 Euro erreichen. Wandintegrierte Bücherregale, die sich an Nischen und Fensternischen anpassen, kosten 2.000 bis 6.000 Euro je nach Umfang. Diese Preise umfassen Aufmaß, Planung, Fertigung und Montage. Durch das Fertigungsmodell von WoodHood mit Produktion im Kosovo liegen die Preise oft 25 bis 35 Prozent unter rein Münchner Schreinereien — bei gleicher Materialqualität und lokaler Montage.
Planung und Umsetzung: So gehen Sie vor
Der Weg zum perfekten Altbau-Einbauschrank beginnt mit einem professionellen Aufmaß. Digitalvermessung per Laser ist bei Altbauten unverzichtbar, da die Abweichungen mit herkömmlichen Methoden kaum zuverlässig erfassbar sind. Auf Basis des Aufmaßes erstellt der Schreiner einen Entwurf — idealerweise als 3D-Visualisierung, in der Sie den Schrank im Raum sehen können. In der Planungsphase klären Sie Aufteilung (wie viel Hänge-, Falt- und Schubraum brauchen Sie?), Materialien, Frontengestaltung und Extras wie Beleuchtung oder Spiegel. Nach der Planungsfreigabe geht der Auftrag in die Fertigung — rechnen Sie mit 4 bis 8 Wochen. Die Montage vor Ort dauert in der Regel einen Tag für einen einzelnen Schrank, bei komplexen Projekten zwei bis drei Tage. Tipp: Planen Sie den Einbauschrank zusammen mit einer Renovierung, dann können Malerarbeiten und eventuell nötige Elektroinstallationen gleich miterledigt werden.