Tipp 1: Recherche — Wo Sie gute Schreinereien finden
Google-Bewertungen sind ein Anfang, aber kein verlässliches Auswahlkriterium allein. Viele exzellente Schreinereien in München haben wenige Online-Bewertungen, weil ihre Kunden über Empfehlungen kommen. Fragen Sie in Ihrem Umfeld: Architekten, Innenarchitekten und Immobilienmakler kennen die lokale Handwerkerszene aus Erfahrung. Die Handwerkskammer München und Oberbayern führt ein Verzeichnis eingetragener Schreinerbetriebe — ein guter Startpunkt, um Schwarzarbeit auszuschließen. Plattformen wie Houzz oder MyHammer können ergänzend hilfreich sein, aber achten Sie auf verifizierte Bewertungen. Besuchen Sie, wenn möglich, die Werkstatt: Der Zustand der Maschinen und die Ordnung in der Werkstatt sagen oft mehr als jede Website.
Tipp 2: Referenzen prüfen — aber richtig
Jede Schreinerei wird Ihnen Fotos schöner Projekte zeigen. Das reicht nicht. Fragen Sie nach Projekten, die Ihrem ähnlich sind — ähnlicher Umfang, ähnliche Materialien, ähnliche Einbausituation. Bitten Sie um Kontaktdaten von zwei bis drei früheren Kunden, die Sie direkt ansprechen können. Seriöse Betriebe stellen diesen Kontakt gerne her. Fragen Sie die Referenzkunden konkret: Wurde der Zeitplan eingehalten? Gab es Nachbesserungen, und wie wurde damit umgegangen? Würden Sie die Schreinerei wieder beauftragen? Achten Sie auch auf die Fotodokumentation: Eine Schreinerei, die ihre Arbeit professionell dokumentiert, arbeitet in der Regel auch professionell. Und schauen Sie sich die Projekte nicht nur auf dem Bildschirm an — fragen Sie, ob Sie ein realisiertes Projekt vor Ort besichtigen können.
Tipp 3: Das Erstgespräch — Diese Fragen sollten Sie stellen
Das Erstgespräch ist keine Verkaufsveranstaltung — es ist eine gegenseitige Prüfung. Stellen Sie diese Fragen: Wer führt die Planung durch, und wer baut das Möbelstück? In kleinen Betrieben ist das oft dieselbe Person, in größeren nicht unbedingt. Welche Materialien verwendet die Schreinerei standardmäßig, und welche Alternativen gibt es? Wie läuft der Planungsprozess ab — gibt es 3D-Visualisierungen? Wie lange dauert das Projekt von der Auftragserteilung bis zur Montage? Wer koordiniert die Montage und eventuelle Zusammenarbeit mit Elektrikern oder Installateuren? Wie sieht die Gewährleistung aus? Ein guter Schreiner wird diese Fragen geduldig und transparent beantworten. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Fragen als lästig empfunden werden, ist das ein Warnsignal.
Tipp 4: Angebote lesen und vergleichen
Ein professionelles Angebot ist detailliert. Es listet Materialien mit genauen Bezeichnungen auf (nicht nur „Holz" oder „Beschläge"), nennt Marken und Produktlinien, schlüsselt die Kosten nach Positionen auf und weist klar aus, was inklusive ist und was nicht. Vergleichen Sie Angebote nicht nur nach dem Endpreis. Ein Angebot für 12.000 Euro ohne Montage, Anfahrt und Entsorgung kann am Ende teurer sein als eines für 14.000 Euro all-inclusive. Achten Sie besonders auf diese Punkte: Ist das Aufmaß im Preis enthalten? Sind Lieferung und Montage eingeschlossen? Was kostet eine Änderung nach Planungsfreigabe? Gibt es einen festen Preis oder eine Kostenschätzung? Bei Kostenschätzungen ist eine Abweichung von 15 bis 20 Prozent üblich — bei Festpreisen haftet die Schreinerei.
Tipp 5: Warnsignale erkennen
Nicht jede Schreinerei, die gute Arbeit liefert, passt zu jedem Projekt. Aber es gibt klare Warnsignale, bei denen Sie vorsichtig sein sollten. Kein schriftliches Angebot oder nur ein handschriftlicher Kostenvoranschlag auf einem Notizblock. Keine Bereitschaft, Referenzen zu nennen. Deutlich niedrigerer Preis als alle anderen Angebote — das deutet auf Billigmaterialien, Unterkalkulierung oder Schwarzarbeit hin. Unrealistische Zeitversprechen: Wenn jemand Ihnen eine Maßküche in drei Wochen verspricht, ist entweder die Qualität oder die Termintreue fragwürdig. Keine klare Aussage zur Gewährleistung. Und: Vorsicht bei Betrieben, die hohe Vorauszahlungen verlangen — mehr als 30 Prozent bei Auftragserteilung ist unüblich und riskant.
Tipp 6: Vertrag und Zahlungsplan
Ein handwerklicher Auftrag sollte schriftlich fixiert werden — auch wenn das in der Branche nicht immer Standard ist. Der Vertrag oder die Auftragsbestätigung sollte mindestens enthalten: genaue Beschreibung des Leistungsumfangs, Materialspezifikationen, Gesamtpreis oder verbindlichen Kostenvoranschlag mit Obergrenze, voraussichtlichen Fertigstellungstermin, Zahlungsplan und Gewährleistungsbedingungen. Ein fairer Zahlungsplan sieht typischerweise so aus: 20 bis 30 Prozent bei Auftragserteilung, 30 bis 40 Prozent bei Produktionsbeginn oder Materialbestellung, und der Rest nach Abnahme. Die Abnahme sollte gemeinsam vor Ort erfolgen, mit einem Protokoll, in dem eventuelle Mängel festgehalten werden. Bestehen Sie auf einer Nachbesserungsfrist.
Tipp 7: Kommunikation während des Projekts
Gute Kommunikation entscheidet oft über die Zufriedenheit mit dem Ergebnis. Klären Sie zu Beginn, wer Ihr Ansprechpartner ist und über welche Kanäle kommuniziert wird. Manche Schreinereien nutzen Projektmanagement-Tools oder geteilte Ordner für Fotos und Dokumente — das ist ein gutes Zeichen. Erwarten Sie regelmäßige Updates zum Projektstand, mindestens in den Meilensteinen: nach dem Aufmaß, nach der Planungsfreigabe, während der Fertigung (Fotos aus der Werkstatt) und vor der Montage. Wenn Änderungen nötig werden, halten Sie diese schriftlich fest — mündliche Absprachen führen zu Missverständnissen und Streit über Zusatzkosten. Und ein letzter Tipp: Nehmen Sie sich für die Montage Zeit. Seien Sie vor Ort, prüfen Sie das Ergebnis in Ruhe und melden Sie Mängel sofort — nicht erst Wochen später.